Das ist alles so vorgestern

Das ist alles so vorgestern

 

Farmville Einladungen. Kettenpostings. Suuuperlustige Geheimcodes in Updates. Werde Fan und bekomme einen 3000EUR Gutschein – Einfach so! Aufrufe gegen die nächste weltbewegende Gemeinheit. Mit irgendeinem Schmarrn wird man seltsamerweise auf Facebook immer belästigt. Der neueste Hit sind anscheinend Memebilder. Nicht nur, dass ich darüber meist schon vor einem halben Jahr nicht mehr gelacht habe, Facebook der falscheste der falschen Orte dafür.

An guten Tagen habe ich in meinem Facebookstream ein und dasselbe achsolustige Bild sechs Mal drin. Immer wieder geshared mit einem LOL! oder einem Haha so true! Total in Mode zur Zeit:

 

 

Mein bescheidener Facebook Account zählt im Moment überschaubare 283 Freunde. Stellt euch vor wie ihr Menschen quält, die versuchen, 500, 800, 1300 Freunde zu koordinieren.

Dass ich die ganzen Sachen meist schon seit Monaten kenne, dafür könnt ihr nix. Das liegt wohl an meiner awesomeness. Nein, echt, keine Ahnung. Vielleicht bewege ich mich auf anderen Kanälen und vielleicht bewege ich mich dort zu oft. Aber ohne Witz jetzt: Ich kenne sie. Alle. Schon seit langem. Wer mich kennt, der weiß: Ich lache auch über alle. Ziemlich laut. Ziemlich lange. Trotzdem findet man in meinem Facebook nur ganz wenige davon, die es wirklich wert waren. Zum Beispiel:

 

 

Fand ich am 30.09.2011 super. Heute fands jemand zum ersten Mal super. Ihr seht worauf ich hinaus will?

Vor Kurzem hing mir auch schon ein “Mimimimi ich kenn das alles schon ewig hört auf damit”-Update in den Fingern. Dann hab ich mir überlegt, was man am Besten tut. Jedesmal die eigene grenzenlose Coolness demonstrieren und kommentieren, wie lange man es schon kannte? Ziemlich lahm. Auch wenn jedes Applegirl und jeder Appleboy diese Masche wohl in den Genen hat. Das iPad rutscht einem in der Vorlesung ja doch immer mit einem wohlwollenden Zwinkerer aus der Tasche. Und nur wir können uns ganz schwer von den weißen Apple Kopfhörern trennen obwohl sie so bequem sind wie ein Unkrauthaken im Ohr. Und ja, das iPhone als Folienfernbedienung bei Präsentationen ist absolut unerlässlich.

Also entschied ich mich gegen die Demonstration meiner Coolness. Sehr oft. Mit den Fingern hinter dem Rücken zusammen gebunden. Aber aber ich ich kannte ich kannte das das ich kannte das schon ganz gaaanz… Nein, lasst das. Das interessiert niemanden.

Viel besser: Klar machen, warum diese Bilder so unfuckingfassbar verkehrt auf Facebook sind. Dazu ein spannender Ausflug in ein Social Media Mantra:

Warum sind wir auf Facebook? Weil wir soziale Netzwerke knüpfen und pflegen wollen. Soziale, persönliche Netzwerke mit anderen Usern. Wir wollen vielleicht sogar eine Beziehung zu manchen von ihnen aufbauen oder die Beziehung aufrecht erhalten. Dazu brauchen und wollen wir persönliche Informationen, Meinungen, Stellungnahmen, Tipps, Ratschläge und alles was sonst wie interessant aus dem Leben dieser Person sein könnte. Das wollen wir lesen und daran wollen wir uns beteiligen. Eine Meldung, die schon fünfzig Mal über orf.at und vierzig Mal über Standard geteilt wurde, interessiert in Wahrheit niemanden mehr. Und genauso braucht niemand zum x-ten Mal irgendein Meme im Stream. Hier ist der Mehrwert sogar noch geringer. Humore sind ja bekanntlich verschieden. Nur ich lache über alles.

Was eigentlich noch viel wichtiger ist, als dass diese Postings einfach nicht zu dem passen wofür Facebook eigentlich gedacht ist: Sie verschmutzen jeden Stream. Wie gesagt: Sechs Erdnussbilder, sechs Kätzchenbilder, sechs nichtlustig Bilder und so weiter. Die kann man viel besser auf anderen Plattformen bündeln. Wo sie einfacher zu konsumieren und vor allem viel einfacher zu verbreiten sind.

Und wo bekomme ich jetzt meine Memes her?

Ich bin selbst total pro-lustige Bilder. Pro lustige Bilder. Pro lustige Videos. Mir kann man alles andrehen. Ich will sie keinesfalls aus dem Netz verbannen. Nur von Facebook. Deshalb hier drei ganz kostenlose aber wertvolle Tipps:

www.tumblr.com
www.soup.io
www.pinterest.com

Soup.io ist die Basisversion. Das einzige was man dort tut, ist Bilder zu schauen. Ehrlich jetzt. Man folgt Leuten und hat dann deren Bilder im Stream. Und wenn einem eines gefällt, klickt man Repost und hat sie in seinem eigenen Stream. Für mich einer der coolsten Plattformen. Die Accounts, denen man folgen kann, sind oft auch nach Themen geordnet. So kann man sich seine eigene Mischung zusammenstellen. Ich: soup.io/foxyline

Pinterest ist noch recht neu aber gefällt mir sehr gut. Hier legt man selbst Boards an in denen man seine Postings kategorisiert. Außerdem kann man Bilder mit längeren Texten versehen, für Rezepte zum Beispiel. Ich: pinterest.com/foxyline

Auf Tumblr bin ich nicht. Funktioniert aber genauso, nur umfangreicher.

Dort kann man, wenn man möchte, sein halbes Leben mit Memes verbringen. Das gibt’s dort ohne Ende. Übersichtlich auf einer Seite. Mit einer Scrollbewegung hat man den ganzen Krempel im Blick und kann loslachen. Und das Tollste: Sie können in aller Ruhe dort bleiben denn wenn wir alle dort sind, braucht sie keiner mehr auf Facebook zu posten um sie seinen Freunden zu zeigen. Dann haben wir endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge dort: Fotos von Essen, Updates über Dienstleistungsfails und Stalking von Ex-Partnern. Was wäre das herrlich!

 

11 Comments

  1. Oder man geht einfach auf http://www.9gag.com oder icanhascheezburger.com und schaut sich die Memen bei der Quelle an – würde noch mehr Zeit & Traffic ersparen :)

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  2. Ja klar geht auch. Aber dann kann man halt nicht dieses unbändige Bedürfnis, es zu verbreiten, befriedigen ;)

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  3. touché :)

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  4. Meme ist eine Bezirk in der Region Sud-Ouest von Kamerun. ;)

    @Matthias: ist eine vielleicht sogar umfangreichere Quelle: memebase.com

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  5. *ein Bezirk :/ is noch zu früh…

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  6. Bei solchen lustigen Leutchen klicke ich einfach mal auf “hide”. Ganz ehrlich: das sind meist eh Leute, an deren anderen Schmarrn, den sie so posten, ich eh nicht interessiert bin.
    Und erklär denen mal soup.io, etc. – forget it. Und sollten sie das doch mal gecheckt haben und verwenden, kann man sich sicher sein, dass dann täglich zig tumblr.com-, soup.io-, pinterest.com-, etc.-Links gepostet werden. Bern there, seen that.
    In diesem Sinne: hoch lebe der “hide”-Button!

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  7. Vielleicht wars nur subjektiv aber ich hatte das Gefühl dass heute doppelt so viele, doppelt so unlustige und vor allem doppelt so steinalte Bilder meinen Stream fluteten … Trost? Protest? Rebellion meiner Leser? Bin beunruhigt.

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  8. und noch cooler wäre es, die vielen tippfehler in den eigenen blogbeiträgen auszubessern…

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  9. Die würd ich ganz gern behalten

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